Bereits im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts hatte Toni Born mit Vater Philipp eine kleine, feine und gut gehende Metzgerei in Rengsdorf.

In einem kleinen Hotel, das er in Rengsdorf belieferte, verliebte sich Toni in die dort angestellte Lina aus Oberdreis. Als nach kurzer Zeit Sohn Willi zur Welt kam, fasste man sich ein Herz, verkaufte sowohl den Laden in Rengsdorf als auch Lina‘s elterlichen Gastwirtschaftsbetrieb in Oberdreis und zog in die Lindenallee im Luftkurort Steimel. Dort eröffnete man 1936, mit großem Mut, die Metzgerei Born. Leider stoppte der 2. Weltkrieg vorerst aprubt die großen Pläne.

Toni geriet in Gefangenschaft und kehrte erst spät aus Österreich zurück in den Westerwald.

Also war es Lina, die die Ärmel hoch krempelte und mit Toni, nach etwas Regenerationszeit, 1947 wieder eröffnete. Sämtliche Tiere kamen von umliegenden Höfen. Es wurde noch selbst geschlachtet. Der kleine Willi musste von Anfang an überall mit anpacken, aber er lernte schnell.

Der Standort Steimel erwies sich in den Wirtschaftswunderjahren als sehr glücklich.

Viele Menschen besuchten den einstigen Luftkurort zur Regeneration in den Nachkriegsjahren. Es gab 35 Geschäfte und viele Hotels in Steimel und Umgebung. Im geselligen Treiben wurde jährlich die Muck durch‘s Dorf gezogen. Es wurde gearbeitet, gefeiert und genossen. Doch es war nicht nur das Standort-Glück, das der Metzgerei Wachstum und ihren guten Ruf einbrachte ...

... es zeigte sich, dass Willi, der das Handwerk von Toni und Lina erlernte, auch ein großes Talent als Geschäftsmann besaß.

Zusammen mit seiner Frau Ursula und den Kindern Jutta und Dieter, schaffte er es aus dem kleinen Metzgereibetrieb, die Landmetzgerei Born GmbH, die mit schließlich 15 Metzgern & 10 Verkäufer/innen ca. 15 Stk. Großvieh, 5 Kälber und 50 Schweine pro Woche verarbeitete und verkaufte. Damit alle Kurgäste auch frische Ware erhielten, wurde morgens und abends gearbeitet um den noch schlechten Kühlmöglichkeiten der Hotels entgegen zu wirken. 7 Tage die Woche.

Als die Betriebsgröße es erforderte der Marke Born ein Bild zu geben, war es Willi der gleich wusste, dass er entgegen dem ungeschriebenen Gesetz, einen lachenden Schweinekopf auf die LKW‘s zu drucken, lieber seinem liebsten Spiel frönen wollte: Skat.

Das Pik-Zeichen sollte von nun an das Markenzeichen für hochwertige Fleischwaren aus dem Westerwald sein. Bei der Überarbeitung des Auftritts seit 2015, zu dem nicht zuletzt diese Website gehört, wurde aus Willis „Born´s Beste ist Trumpf“ der griffige Claim: „Born is‘ Trumpf“. Es scheint etwas dran zu sein, denn mit Stolz kann man behaupten, die letzte von ehemals 5 Metzgereien in der Region zu sein, die gutes Handwerk lebt, während allerorts Discounter aus dem Boden sprießen. Born war, ist und bleibt Trumpf.

Durch Willis Umtriebigkeit wuchs das Geschäft schnell an. Da er sich selbst aber kaum Auszeiten gönnte, war seine Rückentumor-Diagnose wohl ein Warnschuss vor den Bug. Nach zahlreichen Operationen über die Jahre hinaus, musste Sohn Dieter schon früh mit anpacken. Aus der Schule, in die Firma. Mit wenig Freizeit absolvierte er mit 22 Jahren mit seinem Freund Burkhard Grollius die Meisterprüfung. Wie Vater Willi und Sohn Philipp an der renommierten Fleischerfachschule Heyne in Frankfurt. Mit 37 Jahren übernahm Dieter schließlich auch auf dem Papier die Geschäfte.

Nicht immer ist eine Produktneuheit das Ergebnis langer Probier-Reihen im eigenen Haus.

An einem Herbstabend 1978 kam ein Hotelkunde aufgeregt in die Metzgerei, er bräuchte sofort ein paar Spießbraten für „besondere Gäste“. Willi, der gerade Feierabend machen wollte, erfüllte den Wunsch pragmatisch, in dem er aus dem Bauch heraus seine Lieblingsgewürze zusammenmischte. Die „feinen Herrschaften“ waren begeistert. Leider hatte Willi nichts notiert. Somit verbrachte er eine geschlagene Woche damit die Rezeptur wieder zu entdecken ... und schaffte es. Unser Spießbraten ist bis heute eines der beliebtesten Born-Produkte. Welcher Braten kann sonst behaupten, dass ihm zu Ehren alljährlich ein Fest gerichtet wird.Überzeugen Sie sich selbst auf dem Spießbratenkonzert des VVV Steimel.

Seit der Gründung 1936 hat sich die Landmetzgerei stetig vergrößert und immer wieder modernisiert.

In den Jahren 66 - 78 wurde aus der kleinen Metzgerei ein mittelgroßer hygienischer Schlachtbetrieb mit großem, computerisiertem Maschinenpark. Es gab zwischenzeitlich Filialen in Puderbach (damals der erste Kombi-Laden Bäcker und Metzger in Rheinland-Pfalz), Hachenburg und Gebhardshain. Seit 1999 den Imbiss Born‘s IN. Manche sagen, das Betriebsgebäude ist verbaut. Letzlich wurde es immer den Bedürfnissen entsprechend angepasst und wir sind sehr froh, dass wir unseren Standort in der Lindenallee über all die Jahre halten konnten. Jeder Winkel atmet den Geist fast 100-jähriger Metzgerei-Geschichte.

Kein Generations-Wechsel ohne Konflikt.

Während Seniorchef Willi Born überwiegend auf die reine Fleischverarbeitung beharrte, hatte Sohn Dieter durch die Teilnahme an mehreren Gewürzseminaren erkannt, dass der Kunde der Zukunft immer mehr Fertigprodukte (Convenience Produkte) verlangt.

So setzte sich Dieter nach vielen Diskussionen durch und verlängerte die Zubereitungskette. Mit heißer Theke, Mittagstisch, vielen neuen Spezialitäten und fertig zubereiteten Gerichten konnte er die langjährigen Kunden, sowie neue Kunden, in seiner Metzgerei halten und dazu gewinnen.

Durch Dieters Lust zur Vielfalt schaffte das Familienunternehmen schließlich den Sprung ins neue Jahrtausend.

Selbst vor dem Westerwald machen Digitalisierung, Veggie-Trend und Discounter keinen Halt.

So ist es nun an Philipp Born, mittlerweile in der fünften Generation, das Gespür für den Markt zu halten und im richtigen Moment mutige Entscheidungen zu treffen. Als gelernter Meister, Betriebswirt und Verkaufsleiter, ausgestattet mit dem Born-Humor und viel Lust auf Neues. Mit den rund 40 tollen Mitarbeitern im Rücken sollten sich die Wäller also keine Sorgen machen. Es sind noch längst nicht alle Trümpfe gespielt. Bereits seit 2015 läuft unter Philipps Feder bereits eine Modernisierung des Autritts in der Öffentlichkeit, Vergrößerung der Fahrzeugflotte, neue Maschinen und Einzug ganz neuer Produkte wie z.B. die fein destillierten Brände. Natürlich in Born-Qualität.

In den fast 100 Jahren Landmetzgerei Born haben über 50 junge Leute ihre Ausbildung bei uns absolviert und wurden in aller Regel gerne im Betrieb übernommen.

Wir sind stolz auf unsere Mitarbeiter und bedanken uns an dieser Stelle für ihr Engagement. Letztlich ist der langjährige Erfolg nur durch ihre Teilhabe in unserem Familienbetrieb möglich. Manche zog es auch weiter. So freuen wir uns z.B. über unseren ehemaligen Azubi Dirk Müller, der nun schon seit Mitte der Neunziger in den USA seine beliebte „German Bratwurst“ und andere Spezialitäten produziert und in seiner „old fashioned sausage kitchen“ verkauft.

Beispiel Bild